R u n d b r i e f e
»
Neues aus Sambia 25.6.2019
    Autor:Werner Huber
    Datum:24.06.2019 20:57:57

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Neues aus Sambia 25.6.2019

Liebe Mitstreiter und Freunde,

gleich zu Beginn ein dickes DANKE an alle Spender von Beträgen, die hier für unser laufendes Projekt eintrafen, den Bau einer effektiven Warmwasser-Versorgung für die Kinder unseres Waisendorfes „Fountain Gate“. Ich habe mich sehr über viele Geldeingänge freuen können. Vor wenigen Wochen ist dort im Kinderdorf ein neues Haus bezogen worden, das mit 14 Kindern belegt wurde, die ausnahmslos gar keine bekannte Vergangenheit haben. Von diesen Kindern ist weder Geburtsdatum, noch Name bekannt, auch nicht der Herkunftsort, auch nichts über die Eltern. Man wird aber sehen: in einigen Monaten sind in der neuen Umgebung auch aus ihnen fröhliche Kinder geworden. Da hat es das Mädchen auf dem obigen Foto besser. Es hat Eltern und Zugang zu einer Krankenversorgung. Wir trafen es bei einer unserer mobilen Krankenstationen auf einem Dorf.

Gerade wird ein 20-Fuß-Container mit den Komponenten für die Solar-Warmwasser-Anlagen in Adelsdorf bepackt, am 6.7. wird er in Hamburg verschifft und soll am 31.8. in Lusaka eintreffen. Sie erinnern sich, das Kinderdorf sollte mit 12 Dach-Solarwarmwasser-Anlagen mit je 300 L Speicher für Gesamtkosten von 61.000 € ausgerüstet werden,  30.000 € davon übernimmt die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Im Mai waren Arbeiter der durchführenden Firma für die Feinplanung vor Ort. Dabei stellte sich heraus, dass die vorhandenen Rohrleitungen nicht mehr zu benutzen sind und dass es doch viel besser wäre, 18 (statt der geplanten 12) Anlagen zu installieren. Die Entscheidung war nicht leicht, aber nun bekommen wir für 74.000 € wirklich eine optimale Warmwasser-Versorgung für das gesamte Kinderdorf einschließlich Lehrerhäusern und Küche und auch den neu entstandenen Unterkünften für die Kinder, also 18 Anlagen.

Unser Kostenanteil liegt nun bei 44.000 €, wovon bisher etwa die Hälfte zusammen kam. Spenden sind also weiter willkommen, egal an welchen der beiden Vereine. Nun wird auch das gesamte Leitungssystem erneuert. Es gibt in Fountain Gate zwei Brunnen, beide werden mit der neuen Anlage angesteuert. Wenn also einer der beiden ausfällt, wird das Wasser dem anderen entnommen. Die Arbeiten werden noch im Herbst abgeschlossen. Es wird ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität für die Kinder und Angestellten sein. Es gab auch einige Probleme bei der Planung der Wasserverteilung in den Häusern, da es  bisher gemeinsame nicht mehr belastbare Leitungen für Waschbecken und Toiletten gibt. Für die Duschen werden nun in allen Häusern ganz neue Leitungen gelegt. Dafür mussten passende Anschlüsse gefertigt werden, die auch mit dem Container verschifft werden.

Fountain Gate ist wirklich ein Ort, über den wir uns immer wieder freuen können, auch Sie, die Sie irgendwie Anteil daran haben, sei es durch ein Patenkind oder sonstige Spenden. Zu unseren Bemühungen um Nachhaltigkeit des Kinderdorfes gehört es ja, langfristig die finanzielle Abhängigkeit von unseren Vereinen zu reduzieren. Anfangs zahlten wir den gesamten Unterhalt von je 60 € für alle der damals dort wohnenden 100 Kinder. Inzwischen werden dort 180 Kinder versorgt, obwohl wir weiter 6000 € mtl. zahlen, also pro Kind inzwischen nur noch etwa 33 €. Es geht also in die richtige Richtung. Das hängt u.a. damit zusammen, dass mehr Kinder aus normalen Familien die Schule des Kinderdorfes besuchen, die in der Lage sind, Schulgeld zu zahlen.

Ich wurde mehrfach gefragt, wann die Kinder in der Regel aus der Einrichtung entlassen werden. Vor kurzem hat mir Frau Reutter bestätigt, dass die Kinder erst ausziehen, wenn sie eine abgeschlossene Ausbildung haben und selbst Geld verdienen können. Sie erzählte von vielen Kindern, die gerade in den letzten Monaten einen erfolgreichen Start ins Berufsleben hatten. Auch danach bleiben meist noch Kontakte bestehen. Ist es nicht ein Geschenk, dass wir diesen vielen Waisen zu einem menschenwürdigen Leben verhelfen können, auf die sonst ein Leben in Armut, Prostitution oder auf der Straße warten würde? Auch Kinder ohne bekannte Vergangenheit bekommen ein Leben mit Sinn geschenkt. Seien Sie weiter ein Teil dieser kostbaren Hilfe für die armen, von Gott genauso wie wir geliebten Menschen.

Viele Grüße, und wieder ganz herzlichen Dank für Ihr Mittragen, Ihr Werner Huber, Vorsitzender