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Rundbrief vom 26.2.2019
    Autor:Werner Huber
    Datum:26.02.2019 13:26:15

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 26.2.2019

Liebe Freunde und Förderer, liebe Mitglieder

Schwerpunkt meiner Rundbriefe ist oft das Herzstück unserer Vereinsarbeit, nämlich das von uns gebaute und getragene Kinderdorf „Fountain Gate“, wo wir den größten Teil unserer Mittel in die 140 Waisenkinder investieren. Auch heute gibt es von dort Neues zu berichten, doch mit dem obigen Bild möchte ich zuerst an die Arbeit der „mobilen clinicen“ erinnern, eine tolle Arbeit, die durch unsere Partnerorganisation Chreso Ministries seit über 20 Jahren für zahllose arme Menschen in verschiedenen Gegenden Sambias eine elementare Hilfe darstellt.

Diejenigen von Ihnen, die uns schon lange kennen, erinnern sich, dass mit diesen Ambulanzen unsere Vereinsarbeit begann und dass wir anfangs viel dafür investiert haben, u.a. wurden für diese Ambulanzarbeit mehr als zehn Fahrzeuge wie Krankenwagen und Kleinlastwagen nach Sambia verschifft. Z.Zt. läuft diese wertvolle Arbeit erfreulicherweise auch ohne Zuschüsse von uns sehr erfolgreich weiter. Teams von Chreso behandeln an 35 verschiedenen Orten in regelmäßigen Abständen die lokale Bevölkerung in Dörfern oder Slums von Städten. Es sind alles Plätze, an denen es keine sonstige medizinische Versorgung gibt. Außer der Behandlung akuter und chronischer Krankheiten wird dort intensive Vorsorge betrieben wie z.B. Schwangeren- und Babyvorsorge und Impfprogramme.

Auch das kleine Kind auf dem Bild kommt zur Vorsorgeuntersuchung. Es gibt sogar ein Vorsorgeheft, ähnlich wie bei uns in Deutschland, eine Ecke davon kann man hinter dem Kopf der größeren Schwester sehen. Kinder, die regelmäßig hierher kommen, leiden nicht unter der sonst üblichen hohen Kindersterblichkeit. Die Behandlungen erfolgen in Kooperation mit der Gesundheitsbehörde. Häufig wird von einem staatlichen Krankenhaus für die Einsätze eine Krankenschwester und Medikamente kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Im letzten Rundbrief, den Sie mit der Spendenbescheinigung Anfang Januar erhielten, habe ich schon erwähnt, dass durch großzügige Spenden für Hungerhilfe, diese Arbeit erweitert werden konnte. Bisher hatten unsere beiden Vereine zusammen monatlich 1.000,00 € für Lebensmittelgaben an Hungernde überwiesen, seit Januar konnte ich diesen Betrag auf 2.000,00 € verdoppeln ohne an anderen Stellen sparen zu müssen. So konnte und kann zahllosen Menschen in lebensbedrohlichen Hungersituationen geholfen werden. Trotzdem bleibt bei jedem Empfänger unser Ziel, dass sich die Menschen irgendwann wieder selbst helfen können. In den letzten Monaten hat es in Sambia wieder viel geregnet, so dass mit einer guten nächsten Ernte zu rechnen ist. Seen und Flüsse haben genügend Wasser, auch Grundwasser ist für Bewässerung wieder besser erreichbar.

Nun einige Infos zu Fountain Gate: Am Gebäude für das Schullabor (Kosten gut 50.000 €) wird weiter gearbeitet. Dafür erhalten wir ja wie berichtet, einen 50% Zuschuss von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Die von der Schulbehörde geforderte Ausstattung mit Steintischen und eingelassenen Waschbecken an jedem Arbeitsplatz, ist kompliziert und kostenintensiv. Die Baufirma verlangt mehr als im Angebot. Positives gibt es aber von der Schulbehörde zu berichten. Chreso hat ja die Zulassung für einen gymnasialen Zweig der Schule des Kinderdorfes, also für Klassen 10 bis 12 (Abschluss mit Hochschulreife) beantragt. Nun ist bereits für dieses Jahr der Betrieb der Klasse 10 genehmigt. Es werden also nicht Klassen 10, 11 und 12 gleichzeitig begonnen, sondern jedes Jahr eine Klasse weiter, was ja auch sinnvoll ist.

Hoffentlich bekommen wir in diesem Jahr auch endlich eine effektive Solar-Warmwasser-Versorgung nach Fountain Gate. Einen Zuschuss habe ich beantragt. Sollten wir diesen erhalten, können die Arbeiten noch im laufenden Jahr erfolgen. Über Einzelheiten kann ich vielleicht schon im nächsten Rundbrief berichten.

Sie wissen ja, dass wir es als Vereine den in Fountain Gate lebenden Waisenkindern ermöglichen, ein den Umständen entsprechend gutes Zuhause zu haben. Mit der Zeit hat es sich nun ergeben, dass immer mehr arme Familien aus der Umgebung nachfragen, ob sie ihre Kinder kostenfrei in die Schule schicken können. Weil man dies kaum ablehnen kann, kommen inzwischen 60 Kinder nicht zahlender Eltern zur Schule. Sie erhalten nicht nur Unterricht, sondern werden auch tagsüber versorgt. Sie erhalten kostenfrei Essen und die übrige notwendige Versorgung wie Schuluniformen, die in Sambia ja wirklich sinnvoll sind, um soziale Unterschiede zu überbrücken. Dies ist aber eine gewaltige finanzielle Herausforderung für unseren Partner.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die bei Amazon-Einkäufen über smile.amazon bestellen. Wir erhalten dann von Amazon 0,5% des Einkaufswertes, ohne dass dem Käufer Mehrkosten entstehen. Man kann beim Kaufvorgang aus einer Liste den Sambia-Förderverein auswählen. Wir erhalten quartalsweise von Amazon eine Abrechnung, zuletzt waren das mehr als 30 €. Das lohnt sich doch!

Wichtig: Am Freitag, den 29.3.2019 finden die Mitgliederversammlungen unserer Vereine statt. Wir fangen um 18 Uhr mit der MV des Millennium Goals Achievement e.V. an. Um 19 Uhr beginnt dann die MV des Sambia-Fördervereins. Vermutlich sind wir gegen 20:30 Uhr fertig. Auch wenn Sie nur Mitglied eines der Vereine sind, nehmen Sie doch bitte möglichst an beiden Treffen teil. Dann sind Sie aktuell über unsere gesamte Arbeit in Sambia informiert. Wie immer sind Gäste herzlich willkommen.

Hinweis: Am Mittwoch 27.2.2019 (heute/morgen!) gibt es um 20:15 Uhr im NDR Fernsehen einen schönen Naturfilm über Sambia mit dem Namen „Expedition ins Tierreich“. Es geht um das Gebiet des Sambesi von den Victoriafällen über den Karibasee und weiter. In der ersten Folge wurde nicht nur über den Fluss und die Tierwelt berichtet, sondern es gab auch schöne Aufnahmen der dort lebenden Menschen.

Zum Schluss zum Schmunzeln ein Auszug aus der in Deutschland erscheinenden afrikanischen Zeitschrift „LoNam“ Ausgabe Dezember 2018/ Januar 2019: Sambia. „……Im Zuge des Ausbaus des Bildungssektors hatte der öffentliche Dienst die Zulassungsverfahren für Lehrer vereinfacht, um kurzfristig mehr Lehrer*innen einstellen zu können. Neuerdings brauchten diese kaum mehr ein Studium, sondern konnten sich auch an privaten Einrichtungen ausbilden lassen. Dabei sank das Niveau der vermeintlichen Fachkräfte. Es zeigte sich, dass einige Lehrkräfte selbst kaum lesen und schreiben konnten. Sambia richtete eine Aufsichtsbehörde ein und einige „Lehrkräfte“ müssen nun erst einmal selbst die Schulbank drücken.“ In unseren Schulen haben wir so etwas nie erlebt. Es sind alles gute Lehrer.

Viele Grüße, und wieder ganz herzlichen Dank für jede Spende, die auch schon im neuen Jahr wieder hier eintraf, Ihr Werner Huber, Vorsitzender