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Rundbrief vom 15.8.2017
    Autor:Werner Huber
    Datum:15.08.2017 14:19:26

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 15.8.2017

Liebe Freunde und Förderer,

vor 5 Tagen sind wir von unserer Reise aus Sambia zurückgekommen. Jeder aus der 10-köpfigen Gruppe wird andere Eindrücke im Kopf behalten haben. Mir sind primär nicht die erneut beeindruckenden Viktoriafälle, die Schifffahrt bei Sonnenuntergang auf dem Sambesi und die erlebnisreiche Safari im Kopf, sondern die Menschen, denen wir mit unseren Projekten helfen.

In meinen Gedanken ist noch immer unser Besuch bei einer AIDS-Patientin im Compound Kalingalinga in Lusaka präsent. Dazu sind wir zu Fuß etwa einen Kilometer mitten in den Compound hinein gegangen. Natürlich durften wir nicht fotografieren und auch keine Wertsachen wie Geld mitnehmen. Jederzeit könnten sich dort arme Leute  zusammenrotten und uns überfallen. Wie nett und freundlich die Menschen dort trotz Armut und Krankheit waren! Ich wusste bereits, dass den meisten Menschen ihre armseligen Häuschen nicht gehören, aber schockiert war ich, als ich von der Miete unserer Patientin hörte: 120 € mtl. Das muss man erst mal verdienen, vor allem wenn man krank ist und in einem Land lebt, in dem es keine Sozialhilfe gibt.

Ebenfalls vor Augen ist mir unser Besuch in einem Compound in Livingstone. Dort haben wir die Bewohner dreier benachbarter Häuser besucht und intensiv mit ihnen gesprochen. Die Miete betrug dort „nur“ 15 € mtl. und in einem der Häuser, das an Strom angeschlossen war 20 €. Im Hof saßen die Männer und tranken schon am Morgen Alkohol. Trotz der Armut waren die Häuser sehr aufgeräumt. Die Leute ließen uns gerne hinein. Ich fragte eine ausgezehrte Frau, wie oft sie esse. Sie sagte, normalerweise einmal pro Tag. Wenn sie gerade mehr Lebensmittel habe, auch zweimal.

Ein Highlight für mich war auch die Führung eines Häuptlings im Bezirk Siavonga durch sein Dorf, wo wir auch mit einer Patientin und ihrer Familie sprachen. Der Häuptling selbst hat uns alles in seinem Dorf erklärt. So zeigte er uns, wo die Hirse getrocknet wurde und machte uns vor, wie die Hirse zwischen Steinen zerrieben wird, damit daraus die Nahrung zubereitet werden kann. Für dieses Dorf haben unsere Partner ein Gemeinschaftshaus gebaut, das regelmäßig von der mobilen Ambulanz angefahren wird. Außerdem hat dort eine unserer Krankenschwestern Selbsthilfegruppen gegründet. Die Frauen arbeiten so gut an zwei Tretnähmaschinen, dass die Frauen unserer Reisegruppe dort gleich fast den ganzen Laden leergekauft haben (siehe obiges Bild).

In der Mubuyu-Mädchenschule wurden wir wieder freudig von den Mädchen empfangen, sie sangen beeindruckend für uns und trommelten so intensiv, dass während der Vorführung der Trommelstab abbrach. An dieser Schule erlebten wir gerade, wie die letzten Arbeiten für den Bau der Photovoltaikanlage ausgeführt wurden. Nun läuft sie. Auch eine neue Wasserversorgung wurde gebaut und neue Rohre verlegt.

Ebenfalls im Kinderdorf Fountain Gate wurden wir von Kindern und Mitarbeitern freudig begrüßt. Die Gesänge der Kinder waren wieder beeindruckend. Dort habe ich auch alle Patenkinder fotografiert, nach und nach werde ich den Pateneltern diese Bilder schicken. In Fountain Gate haben wir auch gesehen, wie gut das diesjährige BMZ-geförderte Projekt unseres MGA-Vereins läuft. Die Bauten für das Lehrer-Doppelhaus und die Unterkunft für 20 weitere Internatskinder sind fortgeschritten und die Photovoltaikanlage ist fertiggestellt.

Seien Sie unbedingt am 22. Oktober um 15 Uhr im Heimathaus in Jesteburg bei unserem Informationstag mit dabei. Wir haben interessante, beeindruckende Bilder und Filme mitgebracht. Erstmals zeigen wir die Bilder in HD-Qualität auf einen 65-Zoll Monitor. Dann kann man die Farben und die Schärfe der Bilder noch besser genießen. Wie immer gibt es Kaffee und leckere Kuchen. Bäcker werden noch gesucht.

Auf meinem Facebook-Account (Werner Huber) habe ich bereits viele Bilder und Filme von der Reise gepostet. Werde mein „Freund“, mache eine Anfrage, die ich dann bestätige und Sie können z.B. eine mehr als 30-köpfige Elefantenherde sehen, die über den Weg geht oder Nashörner, oder wie Babys an einem Haken gewogen werden.

Falls Sie ab und zu bei Amazon bestellen, können Sie damit gleichzeitig den Sambia-Förderverein unterstützen. Sie starten über smile.Amazon.de und können dann eine registrierte gemeinnützige Organisation aussuchen, die Sie unterstützen möchten. Dort findet man bei der Auswahl auch den Sambia-Förderverein. Dann kaufen Sie wie gewohnt ein, ohne dass für Sie Mehrkosten anfallen. Vom gesamten Einkaufswert erhalten wir dann bei einer dreimonatigen Ausschüttung 0.5%.

Das Insectus-Projekt erlebt eine schwere Krise. Die Menge der Insekten und Larven ist dramatisch abgesunken. Die genauen Ursachen sind noch unklar. An eine Nutzung zur Ernährung ist im Moment nicht zu denken. Wir müssen sehen, wie wir gemeinsam gegensteuern können. Wir müssen z.Zt. auf andere Art Hungernden helfen. Wie bereits mehrfach erwähnt, haben wir viele AIDS-Patienten, die stark unterernährt sind, oft gerade, wenn die Krankheit diagnostiziert wird. Wir haben jetzt beschlossen, ab sofort stark untergewichtigen Patienten wöchentlich einen Beutel mit 2,5 kg Maismehl im Wert von 2,50 € zu geben und dazu im gleichen Wert etwas Eiweißreiches wie Carpenter (kleine getrocknete Fischchen). Wir müssen 2,5 kg Mehl wöchentlich nehmen, weil es sich nicht vermeiden lässt, dass die Familie mit isst. Es fallen pro Patient monatlich also 20 € an. Die Patienten erhalten diese Nahrungsmittel nur vorübergehend 3 oder 6 Monate, bis sie sich wieder selbst helfen können. Wir werden jetzt monatlich 50 Patienten begünstigen, überweisen also als Verein MGA dafür monatlich 1000,- €. Wer hilft dabei, dass dieser Betrag zusammen kommt?

Neuigkeiten aus Sambia gibt es auch immer auf unserer Facebook-Seite. Besuchen Sie uns bitte dort und geben ein "Like": https://www.facebook.com/sambiafv/

Vielen, vielen Dank für jede Unterstützung

Viele liebe Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender