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Jahresbericht 2016
    Autor:Werner Huber
    Datum:07.01.2017 20:01:28

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Jahresbericht 2016

Jahresbericht 2016

Die wichtigsten Aktivitäten des Sambia-Fördervereins im Jahr 2016

Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass das Jahr für uns dramatisch begann. Durch verminderte Niederschläge der vergangenen Jahre – wahrscheinlich als Folge des Klimaphänomens El Nino – ist der Wasserspiegel im Karibasee erheblich abgesunken. Unsere Mubuyu Mädchenschule hatte bisher das benötigte Trink- und Brauchwasser für die Schulanlage dem See mit einer Pumpe entnommen. Da sich der See-Rand nun weit entfernt hatte, war es nicht mehr möglich, das Wasser für die Schule dort zu entnehmen. Eine Brunnenbohrung war in dem felsigen Gestein aufwändig und kostete uns 8500 €. Dadurch konnte die Wasserversorgung wieder gesichert werden. Einige Wochen bedrohte diese Situation den gesamten weiteren Betrieb der Schule. Es war ein großartiges Erlebnis und eine Ermutigung für uns, dass die benötigte Summe in einer Woche zusammenkam.  Ferner leitete ich für die Mubuyu-Schule monatlich sechs Patenschaften von insgesamt 186 € weiter. Im gesamten Jahr 2016 waren es 2.232 €.

Auch im vergangenen Jahr lag unser Arbeitsschwerpunkt im von uns gebauten und 2009 eröffneten Kinderdorf „Fountain Gate“ in der Nähe der Hauptstadt Lusaka.  Dort wurden 2016  110 Waisenkinder betreut. Zur Versorgung der Kinder überwiesen wir auch im vergangenen Jahr vom Sambia-Förderverein pro Monat 5000 €, pro Kind also 45 €  das waren im gesamten Jahr 60.000 €. Zusätzlich leitete ich im Laufe des Jahres noch etwa 5.000 € zweckgebundene Spenden für dieses Projekt weiter. Etwa 110 weitere Kinder besuchen, gemeinsam mit den dort wohnenden Waisenkindern, die Grundschule von Klasse 1 bis 7 und die Mittelschule mit den Klassen 8 und 9 auf dem Gelände. Die meisten dieser Kinder kommen aus der Umgebung aus normalen Familien. 20 der 110 externen Schüler sind Internatskinder, die keine Waisen sind, aber die Schule besuchen und dort auch wohnen, weil sie einen weiten oder gefährlichen Schulweg haben, sodass sie in der Woche lieber in Fountain Gate bleiben. Insgesamt gibt es tagsüber also etwa 220 Kinder auf dem Gelände. Die Mischung von Waisen und anderen Kindern hat sich in der Schule auch im vergangenen Jahr sehr bewährt.

Auch im Jahr 2016 haben wir monatlich 500 € für die Ernährung schwer unterernährter Sambianer überwiesen. Es ist inzwischen nachgewiesen, dass sich durch das Klimaphänomen El Nino Hunger in Sambia ausgeweitet hat. Wir versuchen deshalb, noch effektiver gegen Hunger zu arbeiten. Zusammen mit Studenten der Universität in Hannover werden wir 2017 ein Projekt beginnen, bei dem an verschiedenen Stellen des Landes Larven der schwarzen Soldatenfliege in großer Menge zum Verzehr gezüchtet werden. Es ist eine kostengünstige Methode, nicht nur eine hochkalorische Zusatznahrung zu produzieren, sondern auch Hungernde mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.  Bereits im Januar werden einige Studenten dorthin reisen und mit unseren Partnern gemeinsam planen.

Es gibt mehrere Projekte, die inzwischen von uns finanziell unabhängig sind, die gut laufen und die unser Verein aufgebaut hat. So haben wir durch jahrelange Unterstützung dazu beigetragen, dass unsere Partner in Sambia inzwischen ein Netzwerk von mobilen Krankenstationen in verschiedenen Landesteilen betreiben. Dies ist eine wichtige, nicht mehr wegzudenkende Arbeit, die ständig tausenden von Menschen der ärmeren Bevölkerungsschicht hilft, besonders Kindern und Frauen. Auch die inzwischen umfangreiche HIV/AIDS- Hilfe haben wir zu Beginn gefördert. Sie hat sich sehr ausgeweitet. Neben verschiedenen präventiven Projekten werden inzwischen mehr als 20.000 AIDS-Patienten in 5 Zentren des Landes behandelt (2x in Lusaka, je eine in Livingstone, Siavonga und Kabwe). In Lusaka und Livingstone haben wir die Gebäude dafür errichtet. Die allermeisten der therapierten AIDS-Kranken kommen wieder für Jahre in einen guten Zustand, können arbeiten und ihre Familien versorgen, in einem Land ohne Sozialhilfe überlebenswichtig. Auch haben wir vier Schulen gebaut, die auch aktuell mit großem Erfolg hunderte von Schülern unterrichten und den Kindern ein gutes Fundament für ihr weiteres Leben geben.

Im  Oktober hatten wir in Jesteburg und in Sachsenheim gut besuchte Informationsveranstaltungen. Unser Verein zählt z.Zt. 56 Mitglieder, etwa 200 Rundbriefe werden ca. alle 2 Monate verschickt, überwiegend per E-Mail. Alle diese Briefe kann man auch auf unserer Homepage „www.Sambia-Foerderverein.de“ lesen. Insgesamt verzeichneten wir im vergangenen Jahr Spendeneingänge von etwa 85.000 €. Danke, dass Sie uns mit den nötigen Finanzen versorgt haben. Wir bereiten gerade eine Gruppenreise zu den Projekten nach Sambia vom 28.7. – 11.8.2017 vor. 8 Personen haben sich bereits angemeldet und den Flug gebucht.

Nach längerer Zeit haben wir im vergangenen Jahr wieder einen Projekt-Antrag an das BMZ bzw. Bengo gestellt und zwar für eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Mubuyu-Mädchenschule im Bezirk Siavonga am Karibasee. Mit einem Gesamtvolumen von etwa 126.000 € soll eine bedarfsdeckende PV-Anlage und eine Warmwasserversorgung durch Sonnenenergie für die 22 Häuser auf dem Gelände gebaut werden. Die Wasserleitungen werden erneuert und die Lampen auf LED Leuchtmittel umgestellt. Das BMZ soll 75% der Kosten übernehmen. Wir erhielten bereits vom BMZ die Nachricht, dass dieses Projekt von dort in die Dringlichkeit A eingestuft wurde, d.h. dass wir mit einer Umsetzung im Jahr 2017 rechnen können.

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!

Viele liebe Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender


   

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Jahresbericht 201607.01.2017 20:01:28Werner Huber
    Re:Jahresbericht 201610.01.2017 11:15:43Hiltrud Thiede