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Rundbrief vom 17.11.2016
    Autor:Werner Huber
    Datum:16.11.2016 17:47:17

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 17.11.2016

Liebe Interessenten und Unterstützer unserer Sozialarbeit in Sambia,

wahrscheinlich läuft Ihnen nicht gerade das Wasser im Mund zusammen, wenn Sie diesen Esslöffel mit getrockneten Larven der schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) sehen, obwohl die gar nicht so schlecht schmecken sollen. Unten in diesem Brief können Sie lesen, warum wir als Verein in Kooperation mit der Universität Hannover damit einen relevanten Beitrag zur Hungerbekämpfung in Sambia planen und große Hoffnung in dieses Projekt setzen.

Doch zunächst möchte ich Sie alle herzlich grüßen. Es ist mir bekannt, dass es nicht allen von Ihnen gut geht, manche sind krank oder haben Kummer. Sie grüße ich ganz besonders. Ihnen, die Sie sich für die benachteiligten Menschen einsetzen, wünsche ich einen besonderen Segen und gute Besserung.

Unsere Oktober-Informations-Veranstaltungen in Sachsenheim und Jesteburg waren beide sehr gut besucht und erfolgreich. Es kamen Interessenten, die unseren Verein noch gar nicht kannten und gleich großes Interesse hatten. Wir spüren dies nicht nur an den Einnahmen während den Veranstaltungen, sondern auch bei den laufenden.

Das obige Bild stammt wieder von unserem Kinderdorf Fountain Gate. Blickt uns dieses Waisenkind nicht glücklich an? So sieht nicht ein Kind aus, das nur für die Kamera lächeln soll. Dies hier ist der letzte Rundbrief vor Weihnachten. Vielleicht sagt Ihnen dieser Junge, dass Sie das richtige tun, wenn Sie unserem Verein eine Spende geben. Entschuldigen Sie den Hinweis, aber natürlich sind wir auf Spenden angewiesen, nicht zuletzt weil auch einige wichtige Aufgaben vor uns liegen. Denken Sie daran, dass wir keine Verwaltungskosten haben, alle Aktivitäten laufen ehrenamtlich. So kommt Ihre Spende zu 100% dort an. Anfang Januar erhalten Sie zusammen mit der Spendenbescheinigung wieder einen Tätigkeits- und Finanzbericht für 2016.

Folgende Projekte sind beantragt und wir warten auf die Entscheidung des BMZ:

Für Fountain Gate ein Lehrer-Doppelhaus, ein Haus für 20 weitere Internatskinder und eine Photo-Voltaikanlage, um Stromausfälle abzufangen. Das Gesamtvolumen beträgt etwa 60.000€. Das BMZ soll dieses Projekt mit 75% bezuschussen.

Für die Mubuyu-Mädchenschule planen wir eine umfangreiche Photovoltaikanlage und Anlage zur Warmwasserbereitung für die gesamte Einrichtung. Gesamtvolumen 88.000 €, auch hier haben wir einen 75% Zuschuss beantragt.

Dann haben wir einen Zuschuss für ein landwirtschaftliches Projekt aus der Sonderinitiative des BMZ „Eine Welt ohne Hunger“ wegen der Folgen des Klimaphänomens El Nino beantragt. Hier sucht sich allerdings das BMZ die Projekte nach deren Benennung raus, die sie voraussichtlich fördern wollen. Nur dann muss ein Antrag gestellt werden. Wenn wir dazu aufgefordert werden, einen Antrag zu stellen, haben wir dann auch gute Chancen.

In jedem Fall benötigen wir dafür wieder Eigenmittel, auch wenn das BMZ 75% zahlt und auch, wenn nur eines der Projekte bezuschusst würde.

Unsere Projektreise nach Sambia findet voraussichtlich vom 28.7. bis 11.8.2017 statt. Alle, die Interesse für diese Reise angekündigt haben, werde ich in den nächsten Tagen über den genauen Termin und den Flugplan informieren. Bisher sind wir eine nette Gruppe von 10 Personen. Es besteht auch für weitere Interessenten durchaus noch die Möglichkeit, mitzukommen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Melden Sie Ihr Interesse bitte per Email, ich sende Ihnen dann Informationsmaterial.

Als Hintergrund für das geplante Projekt „insectus“ muss man wissen, dass es bei den 15 Millionen Einwohnern Sambias mehr als 1 Million Kinder mit Zeichen einer Unterernährung gibt. Nur ein Drittel der Bevölkerung kann sich drei Mahlzeiten am Tag leisten. Was unsere Projekte betrifft, gibt es Dörfer, in denen es bereits Selbsthilfegruppen gibt, aber auch Hunger ein Problem darstellt. Unser größtes Problem sind aber etwa 2000 bis 3000 AIDS-Kranke mit Tuberkulose und Unterernährung. Sie benötigen zusätzlich zu den Medikamenten, die sie kostenfrei erhalten, eine gute Ernährung bzw. Zusatznahrung, die sie selbst nicht aufbringen können.

Zusammen mit Studenten der Universität Hannover werden wir voraussichtlich im kommenden Jahr ein umfangreiches Projekt zur eigenständigen häuslichen Insektenzucht starten. Die Larven der Soldatenfliege können mit relativ wenig Aufwand gezüchtet und essfertig gemacht werden. Die getrockneten Larven sind sehr nährstoffhaltig. 100 g davon enthalten 42g Eiweiß und 528 Kcal, auch viel Eisen, Calcium und Magnesium. Wir haben vor, mit diesem Projekt viele Hungernde in einen besseren Zustand zu bringen und Projekte zu starten, die von den Sambianern weiter eigenständig fortgesetzt werden können. Wer sich weiter für dieses Projekt interessiert: mir liegt ein mehrseitiges Konzeptpapier als Datei vor, das Sie gerne per Email anfordern können.

Viele liebe Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender