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Rundbrief vom 6.12.2014
    Autor:Werner Huber
    Datum:04.12.2014 15:17:09

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:


Rundbrief vom 6.12.2014

Hallo liebe Sambia-Freunde,

nicht nur in unserem Land bereitet man sich auf Weihnachten vor, auch Sambia ist ja ein christliches Land, in dem Advents- und Weihnachtszeit wichtig sind, nur die Umstände total anders. Während wir hier frieren ist dort gerade heißer Sommer und zugleich Regenzeit, das Klima ist also schwül und unangenehm. Das ist auch für unsere Mitarbeiter nicht einfach. Stellen Sie sich etwa die Angestellten in den AIDS-Ambulanzen vor, wo von morgens bis abends hart gearbeitet werden muss. Diese bewundernswerten nicht gut bezahlten Menschen sind dabei auch noch einer besonderen gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt. Was auch nicht so recht in unser Umfeld passt: unsere Partner erhielten in letzter Zeit wieder mehrfach nächtlichen ungebetenen Besuch. In der AIDS-Clinic Livingstone sind es Elefanten, die sich Mangos von den Bäumen auf unserem Gelände besorgen und dabei die Mauer beschädigen, in Lusaka Affen, die auf das Grundstück kommen, um Essbares zu suchen. Auch sie mögen die Mango-Früchte.

Das obige Bild habe ich im August dieses Jahres aufgenommen und es ist typisch für das Land. Hier warten Mütter mit ihren Kindern auf die Behandlung der mobilen Ambulanz. Das Bild ist nicht gestellt, ohne „bitte lächeln“. Die Frauen sind gespannt, vielleicht etwas sorgenvoll auf das gerichtet, was auf sie und ihre Kinder zukommt. Viel hängt vielleicht davon ab. Wie schön, dass unsere Partner ihnen in ihren Nöten helfen. Auch das Alter der Personen auf dem Bild ist repräsentativ. Junge Erwachsene und Kinder. Das Durchschnittsalter beträgt in Sambia knapp 17 Jahre und die Lebenserwartung für Frauen 37, für Männer 38 Jahre. Allerdings haben die Sambianer, die zur Behandlung kommen, eine deutlich bessere Lebenserwartung, natürlich auch die Kinder, die in unsere Schulen gehen, wo sie u.a. über AIDS-Prävention, hygienische Nahrungszubereitung und andere präventive Themen geschult werden.

Nachdem am 28.10.2014 der bisherige Präsident Sambias, Michael Sata, verstorben ist, hat der Vize-Präsident Guy Scott das Amt bis zur kommenden Wahl am 20.1.2015 übernommen. Das Besondere dabei: er ist der erste weiße Präsident Sambias, zwar ein Sambianer, aber mit schottischer Abstammung. Scott scheint bei der Bevölkerung beliebt zu sein.

Ganz herzlichen Dank für die finanzielle Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten. Wir hatten als Verein ja einen weitreichenden Entschluss gefasst, für jedes der Waisenkinder in Fountain Gate überweise ich monatlich 50 € an den Träger. Vor etwa einem Monat sind 2 neue Kinder dazu gekommen, jetzt sind es 88 Waisen, die dort leben. Insofern überweise ich z.Zt. monatlich für das Kinderdorf 4.400 €. Durch Ihre Spenden haben Sie dazu beigetragen, dass ich unsere Zusage einhalten konnte. Ich hoffe im Interesse der Kinder weiter auf Ihre finanzielle Hilfe in dem Wissen, dass es von Ihnen etwas Großartiges ist, mit diesen Menschen zu teilen. Ich werde dies nie für selbstverständlich halten oder für etwas Geringes. Ich bin  Ihnen dafür sehr dankbar und überzeugt, dass Gott Sie dafür belohnen wird.

Man kann sich gar nicht vorstellen, welch großer Segen es ist, dass dort in Fountain Gate so viele Kinder leben, denen ein Leben auf der Straße erspart bleibt und von denen viele einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnehmen werden. Jedes einzelne Kind ist ja wichtig und in Medien wird oft mit Einzelschicksalen geworben, aber hier hat jedes dieser 88 Kinder eine dramatische Vorgeschichte. Im nächsten Rundbrief werde ich mal exemplarisch über eines der Kinder genauer berichten.

In den Schulen endet gerade das Schuljahr, Anfang 2015 beginnt das neue. Überall wurde Prüfungen durchgeführt, das ist bei so vielen Schülern aufwendig, es gibt auch immer Abschlussfeiern. Die Prüfungen sind staatlich begleitet und anerkannt. In der GOCA-Schule in Lusaka haben alle Prüflinge bestanden. Darüber freuen sich nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer. Mit den bestandenen Prüfungen kann es in den nächsten Kursen weiter gehen. Das Kinderdorf Fountain Gate ist gerade jetzt 5 Jahre in Betrieb. Was ich noch nicht wusste, dort gab es gerade auch für die ganz kleinen Kinder eine Graduierung, damit wird feierlich bestätigt, dass sie jetzt lesen und schreiben können.

Anfang 2015 verschicken wir wieder unaufgefordert die Spendenbescheinigungen zusammen mit einem Jahresbericht aller Aktivitäten des vergangenen Jahres. Dazu verschicke ich eine schöne, neu gedruckte Karte unseres Vereins. Dieses Schreiben erhalten allerdings nur Diejenigen, die 2014 gespendet haben. Falls Sie dies noch nicht getan haben, können Sie vielleicht noch wenigstens 10 € überweisen, dann erhalten auch Sie diese Informationen.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender