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Rundbrief vom 20.10.2014
    Autor:Werner Huber
    Datum:22.10.2014 08:07:36

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 20.10.2014

Liebe Freunde und Förderer, liebe Paten und Mitglieder,

erneut möchte ich aktuell über unsere Arbeit in Sambia berichten. Es sind immer wieder überwiegend positive Erfahrungen, die wir mit unseren Projekten machen. Herzlichen Dank für alle Spenden seit dem letzten Rundbrief vor 2 Monaten. Ich hatte darin zu einer Spendenaktion für ein neues Haus für Internatsmädchen der Mubuyu-Schule aufgerufen. Tatsächlich kam genau der erforderliche Betrag zusammen und deshalb konnten weitere Mädchen rechtzeitig zum beginnenden Schuljahr aufgenommen werden. Für diese Schule schicke ich weiter monatlich das Geld für mehrere Patenschaften an den Schulträger „Chreso Ministries“.

Am 12. Oktober hatten wir in Jesteburg eine lebendige Informationsveranstaltung, die mit etwa 60 Personen gut besucht war. Wir erhielten von den Besuchern ein sehr positives Echo, einige neue Patenschaften für Fountain Gate wurden abgeschlossen. Deshalb planen wir für den Herbst 2015 wieder einen ähnlichen Vortrag im Jesteburger Heimathaus. Danke für die fleißigen Helfer und für die vielen leckeren Kuchen, die zusammen kamen und von den Gästen sehr gelobt wurden.

Über die neuen Patenschaften bin ich sehr dankbar, denn Fountain Gate ist und bleibt eine große Herausforderung für unseren Verein. Wie bereits mitgeteilt, zahlen wir monatlich 50 € für jedes der z.Zt. 87 Kinder. Wir möchten, dass noch weiteren AIDS-Waisen das Leben als Straßenkinder erspart bleibt und werden noch weitere Kinder finanzieren, die quasi vor der Tür stehen. Die Räumlichkeiten dafür sind da. Bitte helfen Sie mit, dass wir diese Hilfe dauerhaft leisten können. Weitere Patenschaften vermitteln wir gerne. Sie bekommen dann ein Kind zugeteilt. Ein aktuelles Bild eines Teils der Fountain-Gate-Kinder finden am Anfang dieses Briefes.

Am effektivsten helfen uns Daueraufträge, aber auch kleine oder größere spontane Beiträge sind natürlich hochwillkommen. Es wäre großartig, wenn Sie bei der Planung von Familienfeiern an uns denken würden, indem Sie die Gäste bitten, statt Geschenken Ihnen einen Geldbetrag zu geben, den Sie dann an uns weiterreichen. Vielleicht passiert es auch einmal, dass wir eine Erbschaft bekommen, mit der dann Segen durch nachhaltige Projekte nach Sambia geht. Auch damit würden wir sehr verantwortlich haushalten. Das wäre das erste Mal für uns.

Sehr gefreut habe ich mich vor einigen Tagen über die Nachricht, dass wir von BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ einen Zuschuss von 5750 € erhalten, damit die Versorgung der Kinder von Fountain Gate in den nächsten Monaten gesichert ist.

In Fountain Gate war ein Bohrloch unbrauchbar geworden und ein Mitglied des SFV hatte den Betrag gespendet, der für die Instandsetzung benötigt wurde. Bei unserem Besuch konnten wir die neue Anlage bewundern. Es ist sehr, sehr wichtig, dass hygienisch einwandfreies Wasser in genügender Menge zur Verfügung steht.

Nach wie vor gibt es in Sambia Hunger und Armut, davon konnten wir uns bei unserem Besuch im August 2014 wieder überzeugen. Deshalb überweisen wir weiter monatlich Geld, das zur Beschaffung von Lebensmitteln für AIDS-kranke unterernährte Personen benutzt wird. Künftig werden es 500 € mtl. sein.

Eine sehr erfolgreiche Struktur, die unsere Partner bereits in vielen Dörfern umgesetzt haben, ist die Pflanzung von Support Groups (Unterstützungs-Gruppen). Von der Effektivität dieser Form der Hilfe konnten wir uns bereits bei mehreren Besuchen im Land überzeugen. Wir wollten dies noch effektiver unterstützen, aber leider wurde mein Projektantrag vom BMZ abgelehnt und nicht bezuschusst. Das kann ich auch heute noch nicht verstehen, denn diese Gruppen sind wirklich eine optimale Form der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Bewohner bestimmen selbst, welche Art von Gruppen sich bilden. Auf jeden Fall kommt eine mobile Krankenstation dorthin, den Kindern, die nicht zur Schule gehen, wird möglichst zum Schulbesuch verholfen. Dann gibt es meist eine Nähgruppe und Stoffbearbeitung. Männer fertigen handwerkliche Dinge an, andere bauen Gemüse an. Mit einem Teil der Einnahmen aller Gruppen werden auch die Kranken und nicht mehr Arbeitsfähigen der Dorf-Gemeinschaft unterstützt.

Im August haben wir im Süd-Westen Sambias an der Grenze zu Namibia ein Dorf des Stammes der Lozi (lebt grenznah und -überschreitend nicht nur in Sambia, sondern auch im be-nachbarten Namibia, Botswana und Angola) tief im Busch besucht. Der Häuptling erzählte mir, dass sie sich schon aufgegeben hatten dort abseits der Zivilisation. Er sagte, sie hätten gedacht, sie sterben alle. Dann kam Chreso Ministries dahin und vermittelte Gemeinschaft mit anderen Dörfern. Es wurde ein Brunnen gebohrt und gemeinsam mit anderen Dörfern Support Gruppen gebildet. Wir wurden in der Hitze unter einem Baum von den Dorfbewohnern willkommen geheißen, durften uns zu ihnen setzen und ich konnte zu diesen Menschen, die nur die Stammessprache der Lozi beherrschen, mit einem Übersetzer sprechen. Hier ein Bild dieser Szene.

Die Menschen dort hatten sich auch eine Schweinezucht gewünscht. Dies wurde mit Hilfe des Ehepaars Reutter umgesetzt. Die Verantwortlichen für den kleinen Schweinemastbetrieb führten uns diesen vor. Man konnte schnell sehen, dass darin viel Herzblut der Einheimischen steckt und sie ihren Stall gut versorgen.

Viele Grüße, Ihr Werner Huber, Vorsitzender