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Rundbrief vom 6.12.2006
    Autor:Werner Huber
    Datum:09.12.2006 18:46:55

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 6.12.2006

Liebe Freunde und Mitglieder,

voraussichtlich das letzte Mal in diesem Jahr möchte ich mich noch einmal melden. Während wir in Adventsstimmung sind, geht die Arbeit in Sambia – wie Sie gleich sehen werden – bei gerade starker Hitze in großen Schritten weiter. Danke für Ihr Interesse und Ihre Mithilfe. Von Herzen wünsche ich eine schöne und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit. Falls Sie an unseren Rundschreiben nicht mehr interessiert sind, haben Sie bitte den Mut und teilen Sie uns dies kurz mit. Den nächsten Rundbrief mit einer Zusammenstellung aller Projekte dieses Jahres erhalten nur diejenigen, die im laufenden Jahr gespendet haben, zusammen mit der Spendenbescheinigung.

Unsere Partner besuchen jede Woche Patienten im Krankenhaus. Bekanntlich sind die Umstände für Menschen, die in Sambia im Krankenhaus liegen, sehr schlecht. Es ist nicht gesichert, dass sie regelmäßig Essen bekommen und frische Bettwäsche, dafür sind oft die Angehörigen zuständig. Das Team von Pastor Reutter versucht, im Elend zu helfen und zu ermutigen. Das anliegende Bild entstand bei einem Besuch auf der Entbindungsstation der Universitätsklinik in Lusaka.

Der Bau des Waisendorfes in Kapiliomba macht weiter gute Fortschritte. Was für das Land und die zu erwartende Ernte sehr schlecht ist, nämlich dass es trotz Regenzeit bisher kaum geregnet hat, ist für den Bau gut. Wir sind immer dankbar, wenn alles gut läuft, die Umstände sind ja schwieriger als bei einem ähnlichen Bau in Deutschland. Die Materialien sollen lt. Weisung des BMZ im Lande beschafft werden. Nun gab es aber für längere Zeit Lieferprobleme von der einzigen Zementfabrik in Sambia. Kürzlich kam dann glücklicherweise wieder eine größere Menge an. Auch der Wechselkurs ist immer wieder etwas zum Zittern, da gibt es gewaltige Schwankungen.

Wie angekündigt, wurden in unseren Schulen die Abschlussprüfungen nach der 12. Klasse abgelegt. In der Mubuyu-Schule betraf es 37 Mädchen. Sie mussten für die Prüfung ins „Examination Center“ in die Distrikthauptstadt Siavonga gefahren werden. Die jungen Damen, die gut bestanden haben, können jetzt auf die Universität gehen. In unseren Schulen müssen die Kinder – wie auch sonst in Sambia – ebenfalls nach der 7. und 9. Klasse eine Prüfung bestehen, um weiter in der Schule bleiben zu können.

Die ambulante Krankenstation ist weiter unermüdlich im Einsatz. Sie steuert z.B. montags den medizinisch schlecht versorgten Stadtrandbezirk Chasanga an. Dort werden regelmäßig um die 300 Patienten behandelt, je etwa zur Hälfte präventiv und Behandlung von Krankheiten. Das für unsere Partner bestellte Toyota-Fahrzeug ist fertiggestellt und der Spedition übergeben worden, soll aber erst am 9.2.07 in Lusaka ankommen.

Das AIDS-Projekt ist weiter eine riesige Herausforderung. Inzwischen stehen über 2000 AIDS-Patienten in aktiver Behandlung. Bei all dem Elend dort gibt es auch immer wieder erfreuliche Entwicklungen. So war ein etwa 30-jähriger Mitarbeiter von Chreso, der eine Frau und mehrere Kinder hat, so schwer an AIDS erkrankt, dass man dachte, er würde bald sterben. Unter der Therapie hat er sich jetzt wieder so gut erholt, dass er arbeiten und seine Familie versorgen kann. Unsere Partner wollen sich jetzt auch mehr der Zielgruppe HIV-positiver Kinder widmen, die in Sambia sehr vernachlässigt wird. Dazu kommt jetzt regelmäßig ein Kinderarzt ins Zentrum. Die Kinder müssen getestet werden, viele haben den Erreger schon von der Geburt mitbekommen. Auch für Kinder gibt es eine effektive Behandlungsmöglichkeit. Falls Sie es noch nicht getan haben, helfen Sie der AIDS-Arbeit mit einer Spende. Z.Zt. wird weiter an der Klinik gebaut, eine Erweiterung war dringend nötig. Von den 10.000€, die ich zu diesem Zweck im Dezember überweisen wollte, sind schon 7000 zusammen gekommen, helfen Sie, dass sich auch die restlichen 3000 noch einfinden.

Bitte beachten Sie die Rückseite zum Thema Millenniumentwicklungsziele. Manchmal sind große Beschlüsse ja nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Dies sind aber wichtige Ziele, an denen in vielen Ländern global gearbeitet wird.

Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele beim Sambia-Förderverein e.V.

Auf dem UN-Millenniumgipfel im Jahre 2000 verabschiedeten 189 Staats- und Regierungschefs in New York einen konkreten Plan, bis 2015 eine bessere, gerechtere und sicherere Welt zu schaffen. Im Zentrum der Millenniumerklärung stehen 8 Millenniumentwicklungsziele (MDGs= Millennium Development Goals). Es ist erstaunlich, wie sich diese Ziele mit denen unseres Vereins decken. Hier zähle ich die 8 Ziele auf und beschreibe in diesem Zusammenhang stichwortartig die entsprechenden Bemühungen unseres Vereins.

1) 1) Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

Unterziele: bis 2015 Halbierung des Anteils der Menschen, die mit weniger als 1 US$ am Tag auskommen müssen. Bis 2015 Halbierung des Anteils der Menschen, die Hunger leiden.

Sambia-Förderverein e.V.(SFV): Durch alle unsere Projekte fördern wir diese Ziele. Durch Schulbildung und Berufsausbildung wird Armut und damit Hunger bekämpft. Auch beteiligen wir uns an Waisen- und Armenspeisungen.

2) Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung

Unterziele: Bis 2015 Sicherstellung, dass alle Kinder weltweit  eine Grundschule besuchen können.

SFV: Seit vielen Jahren fördern wir die Schulbildung und insbesondere die Möglichkeit für Kinder, eine Grundschule zu besuchen. Wenn Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können, vermitteln wir Patenschaften.

3) Förderung der Gleichbehandlung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen

Unterziele: Beseitigung der Geschlechterungleichheit in der Primär- und Sekundärschulbildung bis 2005, bis 2015 auf allen Bildungsebenen.

SFV: In unseren beiden Schulen und bei Berufsausbildungen gibt es bereits Gleichbehandlung der Geschlechter, entsprechend dem Ziel für 2015. Wir sind der Zeit voraus! In der Mubuyu-Schule haben sogar ausschließlich  Mädchen Zugang zum weiterführenden Schulzweig.

4) Senkung der Kindersterblichkeit

Unterziele: Senkung der Sterblichkeitsrate von Kindern um zwei Drittel bis 2015.

SFV: Die ambulante Krankenstation trägt in einem großen Maß zur Senkung der Kindersterblichkeit bei, spez. durch präventive Säuglingsimpfungen mit Mehrfachimpfstoffen, Ernährungsberatung der Mütter, Kindervorsorgeuntersuchungen.

5) Verbesserung der Gesundheit von Müttern

Unterziele: Senkung der Sterblichkeitsrate von Müttern um ¾ bis 2015.

SFV: Auch Schwangere werden durch unsere „mobile clinic“ regelmäßig präventiv beraten und untersucht. Dadurch wird die peri- und postnatale Müttersterblichkeit gesenkt.

6) Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten

Unterziele: Anhalten der Zahl von Neuinfektionen von HIV/Aids sowie der Ausbreitung von Malaria und anderen Krankheiten bis 2015 sowie beginnende Zurückdrängung der Krankheiten.

SFV: Einer der Schwerpunkte unserer Arbeit ist die Förderung der Prävention und die effektive Behandlung von Aids, siehe aktuellen Bericht umseitig. Auch andere Krankheiten werden behandelt.

7) Sicherung der Ökologischen Nachhaltigkeit

Unterziele: Bis 2014 Halbierung der Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Bis 2020 eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnerinnen u. –bewohnern.

SFV: Unsere Partner sind im Brunnenbau engagiert und in der Schulung für Menschen, die mit Trinkwasser und Brunnenbau zu tun haben. Lebensbedingungen werden nachhaltig verbessert.

8) Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Unterziele: Etablierung  eines gerechten Handelssystems, Bereitstellung von mehr Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit und umfassender Schuldenerlass.

SFV: In unserem Bereich kämpfen wir um mehr öffentliche Mittel und für Schuldenerlass. Unsere Zusammenarbeit mit Sambia war immer ein partnerschaftliches Verhältnis.

Viele Grüße, Ihr Werner Huber