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Rundbrief vom 5.April 2006
    Autor:Werner Huber
    Datum:04.04.2006 21:21:24

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 5.4.2006

Liebe Freunde und Mitglieder,

nach mehr als 2 Monaten sollen Sie wieder von mir hören. Hoffentlich sind Sie nach dieser Zeit so richtig hungrig auf Neuigkeiten aus Sambia, wo es nun langsam Winter wird, während wir auf wärmeres Wetter hoffen. Danke wieder an alle treuen Spender! Obwohl ich lange nicht geschrieben habe, lassen Sie sich nicht davon abhalten, für die benachteiligten Menschen in Sambia zu spenden. Frau Reutter berichtete gerade über den aktuellen Stand der Projekte, dies möchte ich doch gleich an Sie weiter geben. Doch zunächst einmal zu dem anliegenden Bild vom Gemüsegarten unserer Mubuyu-Schule am Karibasee. Nebenbei lernen die älteren Internatsmädchen die Grundzüge der Landwirtschaft, sie lernen, wie man Gemüse u.ä. anpflanzt und bis zur Ernte effektiv bearbeitet. Die Bewässerung erfolgt mit einer Pumpe direkt aus dem See.

Diese von unserem Verein 2001 bis 2003 gebaute Schule zählt inzwischen etwa 120 Mädchen in der Internatsschule. Seit 2006 gibt es an dieser Schule auch eine 12. Klasse, die höchste Klasse in Sambia. Mit Abschluss der 12. Klasse erwerben die Schüler die Hochschulreife. Neben der weiterführenden Schule, in der ausschließlich Mädchen unterrichtet werden, gehört zur Mubuyu-Schule auch eine Grundschule mit etwa 60 Mädchen und Jungen. Die im vergangenen Jahr eröffnete Schule in Lusaka erfreut sich eines regen Zulaufes. Alle neuen Klassenräume sind inzwischen belegt, einige davon schon an der Grenze der Kapazität. Die Gesamtschülerzahl beläuft sich dort jetzt auf etwa 500. Auch in dieser Schule gibt es seit dem begonnenen Schuljahr erstmalig eine 12. Klasse, so dass dort jetzt von der Vorschule bis zur Hochschulreife alle Klassen angeboten werden.

Auch alle Räume der kürzlich eröffneten AIDS-Klinik sind inzwischen in Betrieb. Es herrscht dort ständig ein reges Leben. In der Regel werden täglich 50-70 AIDS-Kranke behandelt, manchmal bis 90, und die Zahl wächst noch immer. Diese Hilfsmöglichkeit hat sich schnell herum gesprochen. Insgesamt werden dort jetzt 1123 HIV/AIDS-Patienten betreut. Täglich werden von einem Team auch Hausbesuche bei den Schwerkranken durchgeführt. Frau Reutter bestätigte mir erneut, wie gut die Therapie bei den meisten Patienten anschlägt. Es gibt keine Statistiken, aber sie schätzt, dass es ca. 85% der Behandelten besser geht und ist sich sicher, dass über 50% wieder ihrem normalen Leben nachgehen können. Diesen Menschen sei auch häufig nicht mehr anzusehen, dass sie krank sind. Es ist wirklich eine lohnende Hilfe und es tut uns weh, wenn manchmal gesagt wird, das lohne sich bei diesen Kranken nicht mehr, sie würden ja sowieso sterben. Denken sie z.B. daran, dass es u.a. längere Zeit hinaus gezögert werden kann, bis deren Kinder Waisen werden. Bitte spenden Sie weiter, damit diese effektive Hilfe weiter gehen  kann.

Seit einem Monat liegt nun dem BMZ (Entwicklungsministerium) die neue Fassung meines Antrages auf einen Zuschuss für den Bau eines Waisendorfes in Kapiliomba vor. Ich hoffe, dass mit diesem Antrag so etwas wie die Quadratur des Kreises gelungen ist. Trotz eines dramatisch schlechteren Wechselkurses (wie berichtet) ändert sich der Zuschuss des BMZ im Vergleich zur früheren Planung nicht. Deshalb fielen im aktuellen Antrag einige weniger wichtige Gebäude dem Rotstift zum Opfer und unser Eigenanteil musste erhöht werden. Wenn ich die Zusage vom BMZ erhalten habe, werde ich Sie genauer über dieses Projekt informieren. Wir gehen nun davon aus, dass Anfang Juni Baubeginn sein wird. Für das gesamte Projekt wird unser Verein etwa 85.000 € Eigenanteil leisten müssen. Wie Sie sehen, hoffe ich auch hier weiter auf Ihre Mithilfe. Da müsste Frau Merkel uns Ärzten schon eine gute Gehaltserhöhung genehmigen, wenn ich das allein tragen sollte.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber