R u n d b r i e f e
»
Rundbrief vom 28.1.2006
    Autor:Werner Huber
    Datum:26.01.2006 21:54:45

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 28.1.2006

Liebe Freunde und Mitglieder,

auf dem anliegenden Foto sehen Sie die 7-jährige Yvette, die seit Anfang des Jahres unsere Schule in Lusaka besucht. Ihre Eltern sind gestorben, als sie 2 bzw. 4 Jahre alt war. Bis jetzt wohnte sie bei ihrer arbeitslosen Tante, die es sich nicht leisten konnte, sie in die Schule zu schicken. Im Rahmen eines Schulfestes sammelten die Schüler der Schule Hamburg-Hausbruch, um diesem und noch 2 weiteren armen sambischen Mädchen den Schulbesuch einschließlich Verpflegung und Bekleidung zu ermöglichen. Dies kam rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres. Wir können es uns hier vielleicht nicht so gut vorstellen, aber die Kinder sind dort glücklich, wenn sie in eine Schule gehen können, denn nur etwas mehr als 50% der Kinder zwischen 7 und 13 Jahren haben die Chance, eingeschult zu werden. In diesem Zusammenhang wieder herzlichen Dank für alle finanzielle Hilfen, nur dadurch konnten wir Schulen bauen. Helfen Sie weiter, damit dies auch künftig möglich ist.

Anfang des Jahres kam endlich unser Container nach vielen Schwierigkeiten in Lusaka an, der Inhalt war schon sehnsüchtig erwartet worden. Vom Südafrikanischen Zoll waren wir m.E. grundlos schikaniert worden, wie dies nie zuvor der Fall war. 40 Tage wurde der Container in Durban festgehalten, bis schließlich gesagt wurde, es müssen für die lange Lagerzeit zusätzlich 1000$ bezahlt werden. Uns blieb nichts anderes übrig, als zu zahlen; das wussten die natürlich. Dabei hatten wir immer schnell alle deren Fragen per e-mail beantwortet. Diese kamen nicht zusammen, sondern es fielen ihnen immer wieder neue Fragen ein. Z.B. Wie viel von der Gebrauchtkleidung für Männer und wie viel für Frauen ist. Aus welchem Material die Kleidung besteht. Aus welchem Material die Kochtöpfe bestehen, Aufzählung für jede der Tablettenschachteln (von den 8m³) aus welchem Stoff das Med. besteht, wogegen es genommen wird, was jede Schachtel kostet, welche Zollnummer es hat. Eine genaue, 12-seitige Aufstellung der Medikamente einschl. Verfallsdaten lag ihnen von Anfang an vor. So ging es über Wochen immer weiter. Dabei sollte sich nur der Sambische Zoll dafür interessieren. Der Container war verplombt und musste nur in Transit durch Südafrika. Andere Länder, andere Sitten. Aufregen nützt nichts.

Der Anbau an unsere Sozialstation in Lusaka, der zur Unterbringung von AIDS-Patienten dient, ist inzwischen fertig gestellt und wird gerade in diesen Tagen bezogen. Es ist kaum vorstellbar, welchen Einsatz unsere Partner dort leisten. Ständig werden über 1000 AIDS-Patienten behandelt. Frau Reutter schrieb mir vor einigen Tagen: „....Die Clinic platzt aus allen Nähten. Jeder wartet sehnsüchtig auf die neuen Räume. Das Wartezimmer ist manchmal brechend voll - da kann keiner mehr umfallen....“

Wegen des geplanten Waisendorfes in Kapiliomba zerbrechen sich Pastor Reutter und ich inzwischen gerade die Köpfe. Im Rahmen der Entschuldungsinitiative für die ärmsten Länder wurden Sambia vor wenigen Wochen die letzten Schulden erlassen, worüber wir sehr froh sind, wir haben uns mit dafür eingesetzt. In diesem Zusammenhang und wegen eines hohen Kupferpreises auf dem Weltmarkt (Sambia ist einer der größten Kupferproduzenten) ist der Wert der Landeswährung (Kwacha) aber erheblich gestiegen. Vor wenigen Monaten bekam man noch für einen Euro 5500 Kw, inzwischen sind es nur noch 3800. Was für das Land gut ist, ist leider nicht gut für unsere Partner, die ihr Geld in Euro bekommen, sie erhalten jetzt etwa 30% weniger für das gleiche Geld. Da das BMZ nicht mehr, als geplant geben wird, wissen wir noch nicht, wie wir das Projekt so weit abspecken können, dass es dennoch sein Ziel erfüllt. Da müssen wir erst noch eine Lösung finden.

Bitte denken Sie an unsere bereits angekündigte Mitgliederversammlung am Freitag den 17.2.2004 um 19 Uhr im Heimathaus in Jesteburg, die auch für Nicht-Mitglieder offen ist, und auf der die laufenden Projekte – auch mit aktuellen Bildern – vorgestellt werden. Wie bereits erwähnt, beginnen wir mit einem gemeinsamen Abendbrot, zu dem jeder Teilnehmer eine Kleinigkeit für das Buffet mitbringen sollte. Inzwischen steht auch der Termin für unsere Herbstveranstaltung im Heimathaus in Jesteburg fest, bitte notieren Sie sich: 30.9. und 1.10.2006, jeweils nachmittags. Auf der Rückseite dieses Schreibens und anliegend – besonders für die auswärtigen Leser – eine Auswahl von Zeitungsartikeln der letzten Wochen, die unseren Verein betreffen.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber