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Rundbrief vom 29.10.2005
    Autor:Werner Huber
    Datum:28.10.2005 11:28:56

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 29.10.2005

Liebe Freunde und Mitglieder,

aus einer spannenden und arbeitsreichen Phase der Vereinsarbeit heraus darf ich Ihnen heute wieder über die aktuellen Projekte berichten. Die letzten Wochen waren für unser Engagement in Sambia sehr ermutigend, manche Hilfe konnte angeschoben  werde. Besonders dankbar bin ich über Spender, die durch ihre großzügigen Beiträge wichtige Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Im letzten Brief hatte ich noch davon berichtet, dass meine Frau fast wieder gesund sei, wusste aber nicht, daß das Schlimmste noch bevor stand. Seit Kurzem ist sie aber nun wirklich wieder ganz gesund, wobei ich froh bin, dass sie die ganze Sache einschl. einer schweren Operation lebend überstanden hat.

Mit dem anliegenden Bild möchte ich Sie an unsere Ambulanzarbeit erinnern. Meine Frau "schoss" dieses Foto im August in der Warteschlage unserer "mobile clinic". Haben diese jungen Mütter nicht eine sympathische Ausstrahlung? Sie kommen - wie viele - regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung und Behandlung, werden unterrichtet, wie sie die Kinder gesund ernähren, lassen sie regelmäßig untersuchen und impfen. So haben diese jungen Frauen durch unsere Hilfe in einer gesundheitlich gefahrvollen Umgebung relativ gute Aussichten für sich und ihre Kinder. Deshalb können Sie alle, die Sie unseren Verein finanziell unterstützen, sich mit diesen Frauen freuen.

Unsere Sambia-Reisegruppe hatte nach ihrer Rückkehr berichtet, dass für die Behandlung von AIDS-Patienten ein Anbau an unser Sozialzentrum in Lusaka dringend erforderlich sei. Dort werden inzwischen - schneller als geplant - aus der Not heraus, ständig 1000 AIDS-Patienten behandelt, davon 550 mit den für diese Erkrankung optimalen, teuren Medikamenten. In einem früheren Rundbrief schrieb ich bereits, dass unsere Partner etwa bei 90% der Behandelten deutliche Erfolge sehen. Die Behandelten können häufig wieder einer Arbeit nachgehen etc. Meine erste Reaktion auf die Anfrage war, dass uns ein weiteres Engagement mit einer Baumaßnahme z.Zt. leider nicht möglich ist, da unsere Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Ich erinnere an andere Verpflichtungen in diesem Jahr wie die letzten Raten für den Schulbau in Lusaka, den Krankenwagen, den Container, das Waisenzentrum, der laufende Unterhalt der Ambulanz. Meine Frau bearbeitete mich aber auch während ihrer Krankheit, so weit sie konnte, ständig und sagte, dass wir da etwas tun müssen. Sie konnte zeitweise an nichts anderes denken, aber immer wieder daran. Scheinbar hatte ich deshalb ein besonders offenes Ohr, mehr als wenn sie gesund gewesen wäre. Und so versuchte ich trotz unserer anderen eingegangenen finanziellen Verpflichtungen eine Hilfe für den Bau der AIDS-Station zu planen. Es sollen 4 große Zimmer einschließlich Sanitäreinrichtungen von insgesamt etwa 100 m2 gebaut werden. Die Kosten werden bei etwa 50.000 EUR liegen. Inzwischen sind mir für dieses Projekt bereits Spenden in Höhe von 25.000 EUR zugesagt, 25.000 EUR habe ich als Zuschuss bei der Niedersächsischen Lottostiftung beantragt. Die Baumaßnahmen wurden inzwischen begonnen, da ich von der Lottostiftung die Erlaubnis erhalten haben, das Projekt mit vorhandenen Mitteln zu beginnen. Von Chreso Ministries erhielten wir die Bestätigung, dass erst nach der Zusage des erwarteten 25.000 EUR-Zuschusses durch die Lottostiftung  der Bau in vollem Umfang durchgeführt wird. Es ist gesichert, dass bei entsprechend geringerem Geldfluss die begonnene Baumaßnahme in einem kleinerem Zustand abgeschlossen wird, also notfalls mit nur einem oder 2 großen Zimmern statt der geplanten 4. Keinesfalls wird der angefangene Bau ungenutzt teilfertig stehen bleiben. Da ich inzwischen 12.500 EUR überweisen konnte, wird also mindestens ein Raum mit ca. 25m² und Sanitäreinrichtung gebaut.

Die Erweiterungsbauten unserer Schule im Lusaka, die im August 2005 eingeweiht wurden, sind voll in Betrieb. Schon jetzt werden 55 Schüler mehr unterrichtet, als vor der Eröffnung. Eine weitere große Zunahme der Schülerzahl wird es im Januar geben, wenn das neue Schuljahr beginnt. Vor einigen Tagen veranstaltete die Schule ein großes Fest mit Bazar u.a. Unsere Partner sind nach wie vor sehr froh über diese Schulerweiterung mit den nun noch besseren Möglichkeiten der Qualität des Unterrichts.

Unsere Informationsveranstaltung im Heimathaus in Jesteburg war in jeder Hinsicht erfolgreich. Es konnten wieder neue Kontakte geknüpft werden. Über eine sehr große Spende, die während dieser Tage zugesagt wurde, bin ich besonders glücklich, weil dadurch ein ganzes Projekt gesichert wird. Was da so los war, sehen Sie auch daran, dass allein für den Verkauf von Kaffee und Kuchen 350 EUR eingenommen wurde. Mich faszinierte auch wieder, wie viele fleißige Hände für die Organisation dieser Tage aktiv waren. Der Auf- und Abbau ging schneller, als je zuvor, weil viele Freiwillige sich von selbst anboten, dabei zu helfen. So haben alle zum Gelingen beigetragen. Auch die Mitarbeiterinnen, die Non-Stop in der Küche Geschirr abwuschen, und die man gar nicht sehen konnte, haben auf diese Art genauso wie die Referenten dazu beigetragen, dass die Veranstaltung erfolgreich war.

Unser neues Krankenfahrzeug ist seit meinem letzten Rundbrief wohlbehalten bei unseren Partnern in Lusaka angekommen und bereits voll im Einsatz. Ich glaube, es ist für die Arbeit dort schon nicht mehr wegzudenken, so schnell geht das!

Am 25.Oktober fand in Buchholz das angekündigte klassische Benefizkonzert zugunsten unserer Vereinsarbeit statt. Die Zuhörer waren durchweg begeistert, es kamen 600 EUR Spenden zusammen.

Vor 2 Wochen wurde auch wieder ein 20-Fuss- Container mit Hilfsgütern verschifft. Allen Helfern auch noch mal auf diesem Wege ganz herzlichen Dank. Er war mal wieder bis zur letzten Lücke vollgestopft. Dieses Mal wollt der Zoll noch einmal hinein sehen und dem Zöllner standen die Haare zu Berge, als ihm fast der Inhalt entgegen fiel und er wenig Chancen hatte, alles zu prüfen. Der Inhalt besteht hauptsächlich aus Hilfsgütern für unsere Schulen in Sambia: ca. 370 Stühle und etwa 40-50 Tische, Rollstühle, Nähmaschinen, neue Kühlschränke, 10 Computer, viel Kleidung, aber auch 10m³ (2 Tonnen) Arzneimittel und Verbandstoffe im Wert von über 50.000 EUR, die wir als Spende von einer anderen Hilfsorganisation erhielten. Betaisodona-Salbe (PVP-Jod) ist ein ganz wichtiges Medikament für die Ambulanzarbeit und wir hören immer wieder, wie nötig es gebraucht wird. Es gibt dort viele eiternde Wunden, spez. an den Füßen, weil die Menschen dort viel barfuss laufen. Als neulich unsere Reisegruppe dort war, hat eine Reisende einige Tuben im Gepäck mitgenommen, um den nötigsten Bedarf abdecken zu können. Im Container haben wir allein von dieser Salbe 3.200 Tuben á 30g im Gesamtwert von etwa 10.000 EUR. Auch 130 kg Milchpulver erhielten wir als Spende. Leider gibt es z.Zt. wieder eine Hungersnot in Sambia und dieses Milchpulver wird auch besonders wertvoll sein, viele Menschen werden davon profitieren. Am 7. November wird der Container voraussichtlich in Durban/Südafrika sein. Von dort aus geht es mit einem LKW weiter bis Lusaka.

In den nächsten Wochen soll ja auch der erste Spatenstich für das Waisenzentrum in Kapiliomba erfolgen. Dazu warten wir dringend auf die Zusage des Zuschusses vom Entwicklungs-Ministerium. Ohne diesen Zuschuss können wir das Projekt nicht starten. Es gibt aber auch keine echten Hinderungsgründe. Im nächsten Rundbrief kann ich hoffentlich Gutes zu diesem Thema berichten.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber


   

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Rundbrief vom 29.10.200528.10.2005 11:28:56Werner Huber
    Re:Rundbrief vom 29.10.200520.11.2005 19:45:45Hugo