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Rundbrief vom 3.9.2005
    Autor:Werner Huber
    Datum:03.09.2005 18:32:10

Sambia Förderverein e.V. Rundbrief:
Rundbrief vom 3.9.2005

Liebe Freunde und Mitglieder,

Sie haben zwar lange nicht von uns gehört, aber in der Zwischenzeit ist betr. unserer Arbeit in Sambia wieder viel passiert. Vom 5. bis 20. August waren 7 unserer Mitglieder in Sambia und kamen mit vielen Eindrücken nach Hause. Meine Frau kam leider nicht nur mit Eindrücken, sondern krank nach Deutschland und musste eine Woche im Tropenkrankenhaus in Hamburg das Bett hüten, inzwischen ist sie wieder zu Hause, aber noch nicht ganz gesund. Ich bekam schon einen kleinen Schreck, als mich nachts die Fluggesellschaft während des Fluges anrief und sagte, dass es meiner Frau nicht gut gehe und ich schon mal zum Flughafen kommen soll.

Auf der Rückseite dieses Briefes und auf dem Beiblatt berichten die Sambia-Reisenden schon über einige Erlebnisse, ausführlich werden sie dies bei unserer Herbstveranstaltung im Heimathaus am 8. und 9. Oktober können. Einen Einladungszettel lege ich bei, bei Bedarf können Sie gerne noch mehr davon bei uns bekommen. Bitte laden Sie Freunde und Bekannte zu diesen Tagen in unserem Namen herzlich ein, dies ist ganz wichtig. Wenn wir schon die Mühe einer solchen Veranstaltung auf uns nehmen, wünschen wir uns natürlich viele interessierte Besucher und bekanntlich wirkt eine persönliche Einladung am besten.

Am 18. August wurde in Anwesenheit unserer Mitglieder und vieler Offizieller, so z.B. des stellvertretenden Erziehungsministers Sambias, unser inzwischen fertiggestellter Schulbau in Lusaka an den neuen Träger übergeben. Das anliegende Bild gibt ein kleines Stimmungsbild der Feier im Innenhof der neuen Schule. Allein die dort gehaltenen Reden waren bemerkenswert, besonders die des stellvertr. Ministers, die sehr die Bemühungen unserer Partner als vorbildhaft und wichtig für das Land lobte. Gegen Zusendung eines Freiumschlages kann ich gerne diese oder andere (Ansprache der Schulleitung, von Pastor Reutter und von mir) Reden schicken, allerdings auf Englisch. Bei diesem 280.000 EUR-Projekt ging es um die Erweiterung einer von uns vor Jahren in Lusaka gebauten Schule. Nun wurde ein zusätzlicher 2-stöckiger Klassenraumblock mit 12 Klassenräumen und ein Mehrzweckgebäude mit Funktions- und Verwaltungsräumen errichtet.

Mein Antrag auf einen BMZ-Zuschuss für den Aufbau eines Waisendorfes in der Nähe von Lusaka (siehe letzter Rundbrief) hat beim BMZ eine wichtige Hürde genommen, ist aber noch nicht entschieden. Es ist weiter durchaus realistisch, dass wir mit dem ersten Spatenstich für dieses große und wichtige Projekt schon am 1. November beginnen können. Waisenkinder, die sonst wahrscheinlich auf der Straße leben würden, werden in dieser Einrichtung eine liebevolle Aufnahme finden.

Unser neues Krankenfahrzeug (ein Iveco Daily), das zur Hälfte von der Niedersächsischen Lottostiftung bezahlt wird, wurde am 10.8. in Bremerhaven verschifft und kommt wohl heute in Durban/Südafrika an, von wo es von unseren Partnern abgeholt und nach Lusaka gefahren wird.

Seit gestern haben wir auch wieder einen 20''-Container vor unserem Haus stehen, der mit Hilfsgütern beladen wird. Von der Zivildienstschule in Buchholz und von einer großen Bank haben wir wertvolle Stapelstühle, Stapeltische und Unterrichtsmaterial erhalten, was schon den größten Teil des Containers füllen wird. Wer möchte uns noch beim Beladen helfen? Es gibt nicht nur schwere Arbeiten, sondern auch Sortieren von Kleidung u.ä. Heute haben wir schon mit etwa 6 Helfern begonnen, die Hilfsgüter zu laden, mal sehen, wie weit wir kommen.

Ein Veranstaltungshinweis:

Am 25. Oktober wird um 19:30 Uhr ein Benefizkonzert für den Sambia-Förderverein stattfinden.

Ort: Friedenskirche Buchholz, Soltauer Str. 77

Dieses klassische Konzert mit Gesang und Instrumenten wird von etwa sieben koreanischen Musikstudenten der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg durchgeführt.

Herzliche Grüße, Ihr Werner Huber

Sambia - man sagt es sei das afrikanischste Land in Afrika - konnte ich vom 5.-20.8.05, besuchen. Durch das Missions-Ehepaar Helmut und Esther Reutter, lernte ich einen Teil Sambias so kennen, wie es der normale Tourist niemals erleben kann. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Gottesdienst im Busch. Morgens fuhren wir von unserem Aufenthaltsort "Sun Beach" am Karibasee  mit 2 Jeeps los. Unser Fahrer war Schanda, ein Sambianer, der schon jahrelang für die Mission arbeitet. Der Weg durch den Busch war staubig, holprig, und wir wurden ordentlich durchgerüttelt. Unterwegs machte Schanda Halt bei einem Häuptling (heute Chief genannt), um eine seiner Frauen zum Gottesdienst mitzunehmen. Er, der Chief , begrüßte uns freundlich in perfektem Englisch, gekleidet in westlichem Stil, und machte auf mich einen stolzen und selbstbewußten Eindruck. Er lebt mit seiner Familie in einem kleinen Steinhaus - alle anderen Einwohner des Dorfes wohnen in Hütten - in unseren Augen in ärmlichsten Verhältnissen. Die Fahrt ging weiter. Es stiegen unterwegs noch ein paar Frauen dazu, und je näher wir dem Kirchenzelt kamen,  umso bunter wurde das Bild von Frauen, Männern und Kindern, die auf dem Weg zur Kirche waren.  Die Afrikanerinnen kleiden sich farbenfroh, sind z.T. auch sehr gut aussehend und um ihren schönen Gang könnte man sie beneiden. Der Gottesdienst war etwas Besonderes. Es traten ein paar Gruppen auf, die in ihrer Sprache Gesänge vortrugen. Jede, aus verschiedenen Gegenden kommende Gruppe, war gleich gekleidet, alle in leuchtenden Farben. Es boten  sich uns immer wieder neue Bilder. Der Pfarrer hielt die Predigt in Englisch und ein Dolmetscher übersetzte sie in Tongo. Am Ende traf sich die Gemeinde draußen vor dem Zelt. Da viele Sambianer die englische Sprache beherrschen,  konnten wir uns mit ihnen unterhalten und somit einiges über ihre Lebensweise erfahren. Es war für mich eine unvergeßliche Reise. (Helga Kabel)

Was ich sah und erleben durfte, hat mich nicht nur mit Respekt erfüllt, sondern mit Hochachtung. Hochachtung für eine Frau die jeden Tag auf das Neue ihren inneren Motor verbunden mit Herzenswärme startet , um zu helfen , wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. Woher nimmt ein Mensch 23 Jahre lang diese Kraft. Hier bewahrheitet sich der Spruch auf das Deutlichste *Wer kämpft kann verlieren , wer nicht kämpft hat schon verloren* Ich danke Frau Reuter für diese eindrucksvolle Reise. Wie deutlich wurde mir wieder einmal bewusst, auf welch wunderschönen Teil der Erde wir leben. Womit haben wir das verdient ? Wie lächerlich wirken unsere Probleme nach diesen Eindrücken , die wir von Sambia mitgenommen haben. Nach einem  Besuch in der Uniklinik in Lusaka , muss es auch dem oberflächlichsten Menschen bewußt werden ,das unsere Probleme im Verhältnis zu den Problemen  der 3. Welt unwichtig sind .Viele von uns sollten Ihre  Einstellung (Geiz ist Geil) dringendst ändern und darüber nachdenken wie solche Preise entstehen. Ich werde diesen Besuch in der Klinik, all das Leid, die hygienischen Zustände , die Gerüche und die Blicke der unschuldigen Kinder und die der unglücklichen Mütter nicht vergessen. Es ist ein Unterschied, ob man diese Bilder im  Fernsehen sieht oder man hautnah an den Betten vorbeigeht. Die Blicke dieser Kinder und Mütter werden mich noch lange begleiten.(Christine Mille)

Es war Sonntag, die Sonne schien, die Temperatur recht angenehm. Wir gingen mit in die Kirche. Die Einheimischen waren alle sonntäglich angezogen. Zu Beginn ein Gesang mit rhythmischen Bewegungen und Klatschen. Es war sehr fröhlich. Die anschließende Predig war in englischer Sprache und ich verließ die Kirche. Vor der Kirche stand ein großer Baum. Im Schatten wurden die kleinen Kinder mit Gesang und Spielen betreut. Auch das war sehr fröhlich. Dann kam eine Frau mit einem Topf voll warmen Maisbrei. Jedes Kind - etwa 50 - bekam "einen" Löffel voll. Alles ging ruhig und geordnet. Dann kamen 2 Mädchen von etwa 10-12 Jahren und leckten abwechselnd mit dem Finder den Topf aus. Der Gottesdienst war beendet, die Eltern nahmen ihre Kinder in die Arme und gingen freundlich und zufrieden zu ihren bescheidenen Häusern. Ich blieb mit meinen Gedanken über Hunger, Armut, Zufriedenheit zurück. (Klara Milz)

Was mich immer wieder beeindruckt, ist das, was die Reutters , Helmut und Esther, täglich leisten. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich. Während unserer Zeit in Sambia sahen wir, wie viel Zeit die Beiden zusätzlich zu den normalen Aufgaben aufbringen mussten. Z.B. musste wegen eines Engpasses an Dieselkraftstoff im Land viel Zeit, auch noch am Sonntagabend, investiert werden, um an den teuren Kraftstoff zu kommen. Ohne Diesel läuft nichts. Einige Fahrzeuge müssen laufen, z.B. für die Ambulanz, zum Abholen von Zement und Baustoffen. Wegen eines Problems am Kühler war das Ambulanzauto gerade nicht fahrbereit, trotzdem durfte die Ambulanzarbeit nicht zum Erliegen kommen. Also musste man Schwestern und Medikamente irgendwie anders zum Einsatzort bringen und abends dort wieder abholen, denn die Kranken warteten dort. Außerdem musste trotz fehlender Fahrzeuge auch noch das Hunger-Hilfsprogramm laufen, denn auch das hat seine festen Zeitvorgaben. So fuhr alle 2 Tage ein Transport mit Maismehl, Zucker, Öl und anderen wichtigen Nährstoffen einschließlich Teller und großer Töpfe in die Siavonga-Provinz (ca. 250 km weit), um in teils abgelegenen Gegenden über schlechte Straßen in Schulen die Lebensmittel zu überbringen. Leider werden von der hungernden Bevölkerung z.Zt. nur die Kinder an den Schulen mit einer Mahlzeit pro Tag gespeist, da der Sambische Staat nicht offiziell zugibt, dass Menschen hungern. Und genau in dieser hektischen Zeit waren auch wir noch da und wurden auf's Beste betreut.(Hannelore Huber)

Sambia-Förderverein e.V.

12 Jahre Einsatz für die Ärmsten

wir laden ein:

Info-Tage 8. + 9. Okt. 2005  14 - 18 Uhr

im Heimathaus Niedersachsenplatz, Jesteburg

Um 15 Uhr werden an beiden Tagen unsere aktuellen Projekte vorgestellt. Die Mitglieder, die im August bei unseren Projekten in Sambia waren, werden ihre Eindrücke zu schildern.

Durchgehendes Rahmenprogramm mit Fotoausstellung, Kaffee und Kuchen, Verkauf von Handarbeiten aus Sambia, Sambischer Musik u.a.m.

Veranstalter: Sambia Förderverein e.V., Moorweg 9 B, 21266 Jesteburg, Tel. 04183-5295 www.sambia-fv.de